Einmal von Schweden nach Italien

7 einfache Tipps, wie Du Dein Gewicht beim Reisen reduzieren kannst

Viel Gepäck ist beim Reisen oftmals hinderlich. Im Flugzeug muss man dafür extra zahlen und selbst wenn man mit dem Auto oder dem Wohnmobil unterwegs ist, muss man zwar nicht so sehr aufs Gewicht achten, dafür aber trotzdem auf den Platz. Beim Wandern kommen sogar beide Probleme zusammen: Platz im Rucksack ist nur begrenzt und jedes Gramm muss getragen werden. Wie kann man also das Gepäck reduzieren?

Tipp 1 – Überblick verschaffen

Meine Ausrüstung auf dem Boden ausgebreitet

Unsere Ausrüstung im Überblick

Zuerst einmal ist es sinnvoll, sich einen Überblick zu verschaffen. Was soll eigentlich mit? Eine Packliste ist hier sehr hilfreich. Dann stellt sich natürlich die offensichtliche Frage: Was muss wirklich mit? Dies kann bei jeder Wanderung unterschiedlich sein – Wer z.B. jede Nacht auf einer Hütte übernachtet, kann dort in aller Regel auch seine elektronischen Geräte aufladen. Powerbank ade! Das gleiche gilt natürlich auch für Kopfkissen und Isomatten. Es macht natürlich auch Sinn darüber nachzudenken, wie oft man auf der Route Wasser nachfüllen kann. Grade bei Getränken lässt sich viel Gewicht sparen. Falls man in Gesellschaft reist, ist dieser Tipp umso wichtiger. Bei vielen Gegenständen reicht es, wenn man sie nur einmal dabei hat, z.B. den Campingkocher oder den Kompass. Durch rechtzeitige Absprache mit den Mitreisenden und einer ordentlichen Planung kann man wirklich viele doppelte Sachen zu Hause lassen.

Tipp 2 – Nachwiegen

Nachdem man nun weiß, was alles unbedingt mitmuss (und hoffentlich kompromisslos „ausgemistet“ hat), bleibt die Frage: Wie geht es leichter? Dazu sollte man erst einmal nachwiegen und schauen, bei wieviel Gewicht man aktuell steht. Wenn man dann im Nachhinein das Resultat sieht, kann das sehr motivierend sein. Außerdem lohnt sich der Vergleich der Gegenstände untereinander: Wenn eine Hose mehr als eine andere wiegt – weg damit und die leichtere eingepackt. Auch wenn es nur 50 Gramm sind, am Ende summiert sich alles!

Tipp 3 – leichtere Alternativen finden

Zu vielen Gegenständen gibt es leichtere Alternativen. Dies fängt schon bei dem Campinggeschirr an, denn von Tassen über Tellern gibt es eigentlich alles in einer wesentlich leichteren Variante. Wenn es auf den Platz ankommt, sollte man nach faltbaren Gegenständen Ausschau halten. Aber auch bei Handtücher kann man viel Gewicht sparen – aber dabei sein sollte es schon, denn ein solches ist eh das ungefähr Nützlichste, was man als Reisender dabei haben kann 😉 Leider wiegen diese in der Regel doch ziemlich viel. Aber nicht die Handtücher aus Microfaser. Diese fühlen sich zwar zu Beginn etwas ungewöhnlich an, aber abtrocknen tun sie mindestens genauso gut. Ich muss es wissen – da mein Koffer bei meinem Dublin-Aufenthalt schon ziemlich schwer war, habe ich solch ein Handtuch ein halbes Jahr benutzt. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie auch schneller trocken werden. Deshalb reicht beim Wandern auch eine kleinere Größe, wie z.B. 30 mal 30 cm. Mittlerweile gibt es auch Handtücher aus Microfaser-Fleece, dass sich besser anfühlen soll. Bei meinem war übrigens noch ein Netz dabei, in dem es sich verstauen lies. Dies ist zwar organisationstechnisch praktisch, wiegt im Zweifelsfall aber auch einige Gramm. Bei der Suche nach Alternativen sollte man nicht das offensichtlichste Übersehen, da man sich nur auf seinen Inhalt konzentriert: Den Rucksack! Je nach Modell wiegen diese Dinger ganz schön was und mit speziellen Tracking-Rucksäcken lässt sich viel Gewicht sparen, wenn z.B. auf ein Tragegestell verzichtet wird. Dieses kann man durch geschicktes Packen ausgleichen.

Tipp 4 – Platz optimal nutzen

Hier der lehre Rucksack

Hier der leere Rucksack

Um den Platz im Koffer optimal zu nutzen gibt es verschiedene Optionen. Eines haben aber alle gemeinsam: Gruppiert den Kram zusammen und lasst nichts herumfliegen. Dies geht zum Beispiel mit einfachen Zip-Lock Beuteln. Diese lassen sich verschließen, so das keine kleinen Sachen verloren gehen und wiegen tun sie auch nichts. Eine Alternative für größere Sachen wie z.B. Klamotten ist die Hoboroll. Dieser Sack ist in 5 Fächer unterteilt, ist verschließbar und kann auch auf dem Rücken getragen werden. Natürlich kann damit auch das Gepäck im Koffer verstauen. Eine letzte Möglichkeit wären Vakuumbeutel. Diese füllt man mit Klamotten und „saugt“ dann alle überschüssige Luft hinaus – so wird das Gepäck wesentlich kleiner. Da man allerdings einen Staubsauger oder zumindest eine Luftpumpe benötigt, nachdem man den Beutel einmal geöffnet hat, ist die Variante fürs Wandern nicht geeignet.

Tipp 5 – Überflüssiges entfernen

Dieser Tipp hört sich erstmal so ähnlich an wie der erste. Allerdings ist damit gemeint, dass man auch nur die Teil der Ausrüstung entfernen kann, die man bestimmt nicht braucht. So lassen sich lange Isomatten zurechtschneiden und auch überflüssige, nie genutzte Gurte am Rucksack kann man entfernen – und so etwas Gewicht sparen.

Tipp 6 – Umfüllen

Dies gilt vor allem für Flüssigkeiten wie Seife oder Zahnpasta und andere Verbrauchsgegenstände. Zu viel Proviant rumschleppen sollte niemand, und für was braucht man bei einer Tour von 7 Tagen eine ganze Flasche Duschgel? Zum Glück kann man diese Sachen vorher recht genug abschätzen, und wegwerfen muss man hier auch nichts. Einfach in einen kleineren Plastikbehälter umfüllen oder gleich Produkte in Reisegröße kaufen. Eine gute, aber trotzdem günstige Idee sind Seifenblättchen. Man kann sie vor der Tour genau abzählen und nur so viele mitnehmen, wie man benötigt. Außerdem: Wandern ist kein Wellness-Urlaub, eine ganzes Set an Pflegeprodukten muss man eh nicht dabei haben!

Tipp 7 – Sachen mehrfach nutzen

Mit etwas Kreativität kann man viel Gewicht sparen, indem man einem Gegenstand für verschiedene Funktionen nutzt. Beispiel gefällig? Braucht man Handschuhe nur für kurze Zeit (z.B. in höher gelegenen Gegenden), kann man stattdessen auch einfach die Ersatzsocken nutzen. Anstatt viel Besteck mitzunehmen, kann man beim Essen einfach das Taschenmesser und einen Göffel (eine Mischung aus Gabel und Löffel) nutzen. Und wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann, eignet sich ein Pullover oder eine Jack prima als Kopfkissen!

 

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Robert. Im Wandern noch relativ unerfahren, aber schon viel gereist. Zurzeit angestellt bei dem Fluggastrechtehelfer Flug-Verspaetet.de. Dort bloggt er unter anderem auf dem Firmenblog über Themen Reisen und Luftfahrt.