Einmal von Schweden nach Italien

Das Allgäu – Unser Reisebericht

Nachdem wir es geschafft haben erfolgreich von München nach Lindenberg auf den Campingplatz-Parkplatz zu trampen, fing für uns wieder ein etwas gemütlicherer Abschnitt der Reise an.
Auch das Wetter hat deutlich abgekühlt und war eher regnerisch, so dass sich unsere Unternehmungslust erstmal aufs “ins Warme setzen und ein Buch lesen” beschränkte. Doch die Zeit einfach nur verstreichen zu lassen und nichts zu tun ist nicht in unserem Sinne. Wir wollen schließlich auch was erleben!! Zum Glück bekamen wir Verstärkung 🙂

Marco, einer meiner besten Freunde, der hier aufgewachsen ist, hat sich bereit erklärt sich uns anzuschließen und uns bis nach Italien zu begleiten. Mit ihm kam auch gleich die Unternehmungslust zurück und die Anzahl an Möglichkeiten stiegen. Uns wurde klar, dass wir mindestens ein paar davon wahrnehmen mussten, dennoch ließen wir alles im Vergleich zu den bereisten Städten zuvor ein wenig ruhiger angehen.

Sonntag war der Tag der Ankunft und Akklimatisierung, also hieß es Wäsche waschen und sich freuen, dass wir SAUBERE und warme Duschen vorfinden konnten 😉
Montag war Regen vorhergesagt, also mussten wir uns anpassen. Daher hieß es erstmal so richtig schön ausschlafen, frühstücken und dann Sachen packen. Es sollte in eine Kletterhalle gehen, um motiviert vom Zuschauen der Boulder WM in München die Steilwände der Halle zu erklimmen. Leider hatten wir nicht die Öffnungszeiten beachtet und trafen auf eine noch nicht für die Öffentlichkeit zugängliche Halle. Kurzum wurde umentschieden und in der Regenpause Minigolf gespielt.
Für Dienstag war wieder besseres Wetter gemeldet, also wollten wir die Schönheit der Allgäuer Region erkunden. Es ging ins Kleinwalsertal an den Fuß des hohen Ifen, um über den Gottesacker zu wandern. Das ist ein großes Areal auf ca. 2000m Höhe, welches aus einer Kalkstein Mischung besteht. Da der Kalk aber wasserlöslich ist und weggespült wurde (und noch wird) tat sich vor uns nach einer steilen Wanderung eine atemberaubende Landschaft auf. Zwar liefen wir teilweise durch die Wolken und bekamen während des Abstiegs doch noch einen kleinen Regenschauer ab, doch für diese einmalige Gegend lohnten sich die Anstrengungen auf jeden Fall! Wir haben schnell bemerkt, dass es eine ganz andere Anstrengung ist Berg hoch und runter zu laufen mit einer immer dünner werdenden Luft als auf quasi Meereshöhe durch die schwedische Natur.
Nach der Wanderung über den Gottesacker gönnten wir uns am nächsten Tag (Mittwoch) volle Entspannung. Wegen dem schlechten Wetter entschieden wir uns für einen Regenerationstag im Spaßbad mit Wellnessbereich – eine Wohltat für Körper und Geist (und vor allem für die Beine). Während es draußen tröpfelte schwammen wir im Pool, rutschten und schwitzten in den unterschiedlichen Saunen. Abends waren wir sowas von tiefenentspannt, dass wir zufrieden einschlafen konnten.
Am Donnerstag trafen wir einen guten Freund aus Darmstadt. Steffen ist einer der Leiter auf einer Jugendfreizeit aus Mannheim. Mit 56 Kindern wagten sie sich an einen schönen Spaziergang durch die Rappenlochschlucht in Österreich, an die wir uns anschlossen. Trotz einer großen Hektik genossen wir den Weg entlang der Steilwände der Schlucht, mit tollen Wasserfällen und einem kleinen Stausee. An dieser Stelle sagen wir Danke, dass wir euch begleiten durften und wünschen euch noch eine schöne Restzeit im Ferienlager.
Freitag war unser letzter ganzer Tag im Allgäu und das Wetter hatte sich endlich richtig gebessert. Die Sonne schien und das Thermometer stieg auf 25 Grad an. Perfekt, um in den kleinen Weier des Campingplatz zu springen, weiter hieß es dann aufräumen und wieder einmal Rucksäcke packen und fertig machen – dieses mal für die slowenische Hauptstadt Ljubljana! Natürlich ab jetzt erstmal zu dritt 🙂
Am Samstag ging es dann mit dem Zug nach München, um von dort mit einem Fernbus an unser nächstes Ziel zu gelangen.
Das Allgäu
Das Alpenvorland hier im Süden Deutschlands, auch Allgäu genannt, ist wunderschön und vielseitig. Unweit vom Dreiländereck und dem Bodensee erstreckt sich ein regelrechtes Paradies, das zu jeder Jahreszeit zu Outdooraktivitäten einlädt. Egal ob Wandern, Fahrradfahren oder Skifahren – für jeden ist was dabei, die Schwierigkeitsgrade lassen sich auch je nach Bedarf anpassen und mit Hilfe von Bergbahnen vereinfachen.
Auch bei schlechtem Wetter lässt sich ein tolles Angebot von Aktivitäten finden. Für Sportler sind Kletterhallen, Schwimm-/Spaßbäder oder einfach Wanderungen bei schlechtem Wetter zu empfehlen – denn wir wissen doch alle, dass es eigentlich kein falsches Wetter gibt, sondern nur falsche Kleidung! Außerdem ist bei regnerischem Wetter die Wahrscheinlichkeit größer die Strecke oder den Berg für sich zu haben. Diejenigen, die es eher ruhiger angehen lassen wollen, können sich auf tolle Städte zum Sightseeing freuen. Weiter noch gibt es tolle Museen. Von Oldtimern über Natur bis hin zur Kopfbedeckung lässt sich ein breites Spektrum finden.
Also wir können unsere Daumen für das Allgäu nach oben strecken: freundliche Leute, tolle Berge, anspruchsvolle Wanderrouten die mit weiten Aussichten entlohnen und das alles unweit von Deutschlands größtem See, dem Bodensee, entfernt. Also für alle Reiselustigen unter euch – ab ins vielseitige Allgäu!