Einmal von Schweden nach Italien

Insider-Tipps fürs Wandern

Was uns das Leben gerettet hat und unnötiger Ballast, von dem wir uns hätten trennen können!

Wir haben euch bereits unsere Packliste mit den Inhalten gezeigt, die es in unseren Rucksack geschafft haben. Aber wie man es halt aus dem Leben kennt ist man hinterher immer schlauer. Nach unseren ersten Erfahrungen rekapitulieren wir mal, was sich wirklich gelohnt hat mitzuschleppen.

Wanderstöcke

Um ein Haar hätte ich die zu Hause gelassen! Sie sind sperrig, nicht die leichtesten und zuvor habe ich auch noch nie Wanderstöcke gebraucht.
Ellen hat mir dennoch geraten nicht auf sie zu verzichten und sie hatte Recht. Gerade auf engen, steilen und unebenen Wanderpfaden über Hügel, durch Wasser oder Matsch haben sie mir immer wieder Halt gegeben und geholfen, die Last auf dem Rücken auszubalancieren. Wenn man sich auch mal nicht ganz sicher ist wo der nächste sichere Schritt hinzusetzen ist, lässt sich durch herumstochern im Boden erahnen wie man am besten weiter geht. Wenn wir hingegen auf einer geteerten Straße entlang liefen oder gar durch eine Stadt, kam ich mir sehr komisch damit vor und hab die Stöcke irgendwann an den Rucksack geschnallt.

Müsliriegel & Bonbons

Egal wie lang man läuft, irgendwann kommt der Moment an dem der kleine Hunger sich meldet und schnell zur ganz großen Nervensache mutieren kann. Für diese Situation hatten wir Unmengen an Müsliriegel dabei. Schnell aus der Hosentasche gezogen liefern sie schnell Energie und verlegen das Hungergefühl auf einen späteren Zeitpunkt.
Die kleinen Zucker-Bonbons sind reine Motivatoren zum weiterlaufen, wenn man glaubt es geht nicht mehr. Egal ob der Beckengurt eine Zeit lang zu fest war oder das Schlüsselbein schon brennt -,, es lässt sich einfacher ertragen mit dem künstlich stark gezuckerten Geschmack im Mund.

Camelbag oder Trinkschlauch

Ohne den Rucksack ablegen zu müssen oder sich zu verrenken trinken zu können ist ein echter Seegen. Mein Camelbag lässt sich einfach im Rucksack verstauen und besitzt einen Schlauch über den ich wie durch einen Strohhalm jederzeit an mein Wasser komme. So kann man kontinuierlich seinen Wasserhaushalt ausgleichen und muss nicht auf die nächste Pause warten. Der Wasserbehälter ist zu dem aus Plastik, somit extrem leicht und nimmt, wenn er leer ist, wenig Platz ein. Ich habe aber noch nicht getestet wie reißfest er ist oder ob er platzen könnte, wenn zu viele andere Gegenstände im Rucksack ihn mit ihrem Gewicht erdrücken. Viele Rucksäcke (meiner leider noch nicht) haben mittlerweile schon extra Vorrichtungen für solche Trinkschläuche die einem den Zugang zum Wasser gewährleisten. Einfach praktisch!

Schweizer Armee Messer

Schon als kleiner Junge war das Schweizer Taschenmesser eines der wichtigsten Gadgets, das bei jedem Ausflug in die Natur dabei sein musste. Das gilt für mich immer noch. Es erweist sich immer wieder als nützlich, ob zum schnitzen, Dosen öffnen, Ast absägen oder einfach um das Brot zu bestreichen. Mein Taschenmesser setze ich einfach täglich ein und ist meiner Meinung nach ein absolutes Muss!

Crocs

Ok sie sind hässlich, klobig und nur eine Modeerscheinung. Dachte ich auch immer, aber gerade beim Wandern überwiegen die Vorteile: Sie sind sehr sehr leicht und aus einem Material, das nass werden kann und danach ziemlich schnell trocknet. Sie bieten mehr Halt als Flip Flops und wenn man mal keinen schweren Rucksack auf hat stellen sie eine tolle Alternative zu den Wanderschuhen dar (zumindest solange es warm genug ist). Und allem Anschein nach entsprechen sie sogar auch der Kleidungsordnung eines Stockholmer Nachtclubs 🙂

Weste

Während der Vorbereitungen auf die Reise hatte sich irgendwann der Gedanke in meinem Kopf festgesetzt, dass ich eine Weste brauche. Nichts besonderes, nur ein weiteres Kleidungsstück, welches ich an kalten Tagen oder Abenden zum wärmen drüber ziehen kann. Doch gleich am ersten Tag wandern stellte sich die Weste als perfekter Tagesbegleiter heraus. Bei Temperaturen so grob um die 20 Grad Höchsttemperatur gab es zumindest bei uns immer wieder kalte Böen oder Schatten, bei denen ein einfaches T-Shirt bei Nicht-Bewegung nicht ausgereicht hätte. Hier kam die Weste zum Einsatz!
Sie bot genügend Wärme in kalten Situationen und wenn wir Pause machten, beim Wandern selber war sie luftig genug, dass es trotzdem nicht zu heiß wurde.

 

Hoffentlich könnt ihr praktische Erkenntnisse daraus ziehen, was in euren Rucksack beim mehrtägigen Wandern dazu kommt. Aber wie schon angekündigt hab ich auch nicht alles gebraucht was ich mit genommen habe. Manchmal ist man froh, wenn man etwas nicht braucht wie das Erste-Hilfe-Set und manchmal nervt es, wenn man ein paar Gramm hätte sparen können.